Polizei betreibt Kinderporno-Website im Darknet

Polizei betreibt Kinderporno-Website im Darknet

Die größte Kinderporno-Seite im Darknet „Childs Play“ hatte mehr als eine Millionen registrierte Konten. Bedenklich hierbei ist: Die Plattform wurde 11 Monate von der Polizei betrieben!

Die Task Force stellte weiteres Material zur Verfügung

Was wie ein äußerst perfider Krimifilm klingt, ist laut aktuellen Medienberichten Realität. Eine australische Polizeieinheit hat die Plattform über 11 Monate laufen lassen. Im Zuge einer „glaubwürdigen Betreibung der Seite“ wurde weiteres kinderpornografisches Material für die Mitglieder zur Verfügung gestellt.

Die australische Polizei hat die beiden Betreiber bereits verhaftet
© picture alliance, Richmond Police Department
Alles innerhalb der Gesetzgebung

Der Leiter der Task Force, Jonathan Rouse, wurde von der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“ wie folgt zitiert:

„Wir haben ein Ziel: den sexuellen Missbrauch von Kindern zu stoppen […] Um unser Ziel zu erreichen, werden wir alles tun, was innerhalb der Gesetzgebung nur möglich ist.“

Durch den Einsatz dieser Task Force konnten Millionen von Daten gesichert werden. Es wurden Kinder unter anderem in Kanada gerettet und Pädophile bereits verhaftet.

Zwischen Recht, Moral und Ethik

Der Leiter der Task Force spricht davon, alles zu tun, was innerhalb der Gesetzgebung Australiens möglich ist. Tatsächlich ist es so, dass das australische Gesetz den Behörden viele Rechte einräumt, um eine effiziente Arbeit zu gewährleisten. In diesem Beispiel ist es den Behörden beispielsweise erlaubt selbst kinderpornografisches Material zu verbreiten.

Während die Task Force die Plattform „Childs Play“ betrieb wuchs diese sogar erst und wurde währenddessen zur größten Anlaufstelle für Pädophile. Weltweit! Während im Januar diesen Jahres rund 400.000 Konten vermerkt waren, gab es im September bereits über eine Million.

Die Polizei hat dabei zugesehen, wie zwei Wochen nach Übernahme der Seite, ein Mitglied die Vergewaltigung einer 8-jährigen veröffentlichte. Dieser Beitrag wurde innerhalb kürzester Zeit über 700.000 mal angesehen. Die Polizei unternahm jedoch nichts.

Dies hat mich übel aufstoßen lassen. Wo verläuft der Weg zwischen Recht, Moral und Ehtik? Wie konnten die Mitarbeiter der Task Force einfach zusehen?

Natürlich kann man letzten Endes behaupten, dass es ums „große Ganze“ geht, dass man damit künftig mehr Kindesmissbrauch verhindert. Aber dennoch bleibt einfach der bittere Beigeschmack, dass die Polizei untätig blieb, als sich Nutzer über diese Seite verabredeten um Kinder zu missbrauchen. Dass die Polizei selbst Material veröffentlichte und damit gegen jegliche Moral und Ethik verstößt. Schlimmer noch: Das vielleicht genau dieses Material als „Anreiz“ für solche Individuen dient, selbst „tätig“ zu werden.

Die vorläufige Bilanz

Die Task Force gibt zu Protokoll, dass es sich trotz mehr als eine Million Mitgliedskonten lediglich um „mehrere zehntausende“ Nutzer handelt. Der Rest seien laut Auswertung doppelte oder inaktive Accounts.

Die beiden Gründer und ursprünglichen Betreiber sind verhaftet worden. Weltweit hat die australische Behörde nun eine Liste mit 60-90 Personen, gegen welche Sie im Zuge der weiteren Ermittlungen vorgehen wollen. Ermittler eines anderen, nicht näher genannten, Staates haben anhand der gesammelten Daten rund 900 Personen im Visier.

Die Daten werden weiterhin weltweit an sämtliche Behörden übermittelt. In wie weit diese dann jedoch tätig werden bleibt abzuwarten.

Fazit

Trotz des bisherigen Erfolges und der, hoffentlich in Kürze, beginnenden Verhaftungen diverser Pädophiler Straftäter weltweit, gibt es keine Rechtfertigung für die Untätigkeit der Task Force. Unschuldige und wehrlose Kinder mussten dafür hinhalten, dass die Ermittlung nicht gefährdet wird.

Unbekannt ist zudem, woher die Task Force das selbstveröffentlichte Material hatte. Darüber will ich ehrlich gesagt nicht einmal weiter nachdenken. Abscheuliche Gedanken tun sich dabei auf!

Es handelt sich um einen großen Schlag gegen die weltweite Pädophilenszene. Doch um welchen Preis?

 


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