Ein Kommentar … zum Chefredakteur der BILD Julian Reichelt

Ein Kommentar … zum Chefredakteur der BILD Julian Reichelt

Am Wochenende ist dem Chefredakteur der BILD Julian Reichelt scheinbar der Kragen geplatz. Von journalistischer Professionalität fehlte jede Spur. Ein paar leere Floskeln und schwammige Vergleiche. Mehr konnte man seinem „Kommentar“ nicht entnehmen. Doch was war passiert?

Foto: Andreas Thelen
Julian Reichelt: „Protest ist dumm und unangebracht“

Am Wochenende fand das Fußballspiel zwischen Hertha BSC und Schalke 04 an. Hertha verlor dieses mit 0:2 gegen Schalke. Doch dies war nicht der Grund für die harschen Worte des redaktionellen Gesamtverantwortlichen der BILD. Hertha kniete aus Solidarität und als Zeichen gegen Rassismus vor Spielbeginn nieder.

Hertha ist somit der erste deutsche Profisport-Verein welcher mit den „Kollegen“ der NFL aus Amerika gleichzieht. Die Footballspieler protestieren durch das Hinknien nämlich während der Nationalhymne gegen Rassismus in den USA und auch gegen den US-Präsidenten Donald Trump selbst.

Laut Auffassung von Julian Reichelt ist der Protest seitens Hertha jedoch dumm und unangebracht. Getreu dem Motto „Schuster bleib bei deinen Leisten“ solle Hertha doch lieber Fußball spielen anstatt sich politisch zu äußern.

Zitat: „Fußballvereine sind Fußballvereine und keine Parteien oder politischen Organisationen, weil sie Fußball besser können als Politik.“

Im Generellen könnte man dem Chefredakteur der BILD ja vielleicht sogar zustimmen. Aber es geht hierbei um viel mehr. Rassismus ist nicht nur in den USA ein Problem. Auch hierzulande kommt es immer wieder zu rechtsextremistisch geprägten Verbrechen. Dieses Problem wurde durch die Zuwanderung der letzten Jahre sogar noch größer und präsenter.

Zitat: „Ich finde dieses Symbol schon in den USA völlig falsch, weil unter der US-Flagge unzählige Männer und Frauen für Gleichheit und Freiheit aller Menschen gekämpft haben. Hunderttausende von ihnen sind in einem Sarg heimgekehrt, eingehüllt in eben jene Fahne.“

Was Herr Reichelt bei diesem Protest scheinbar vergisst, ähnlich wie US-Präsident Donald Trump, ist, dass der Protest nicht gegen eine Flagge oder eine Nation gerichtet ist. Es geht um eine Kampfansage gegen Rassismus.

Foto: Michael Sohn / AP Photo / dpa
Welches Problem hat Julian Reichelt?

Seine Argumentation geht noch weiter:

Zitat: „ Panzer mit aufgezogener US-Flagge am Checkpoint Charlie sendeten das Signal nach Moskau, dass die USA die Freiheit Berlins unter allen Umständen verteidigen würden – mit dem Leben ihrer jungen Männer.“

Julian Reichelt nennt dieses Verhalten „geschichtsvergessen“. Aber wie bereits oben erwähnt, geht es in diesem Protest nicht um eine Flagge oder eine Nation. Es ist kein Zeugnis mangelnden Respekts gegenüber den Männern und Frauen des 2. Weltkriegs. Es werden nicht die ganzen Soldatinnen und Soldaten verhöhnt, welche im Kampf für die Freiheit Ihr Leben gelassen haben.

Der mangelnde Respekt gegenüber anderer Kulturen, anderer Menschen und  deren sexuelle Orientierung steht im Vordergrund. Es geht um weniger aber gleichzeitig doch soviel mehr als eine Flagge. Warum ein Chefredakteur wie Julian Reichelt das nicht verstehen kann ist mir ein Rätsel.

Zitat: „All dies wissen die Hertha-Millionäre, die nie in ihrem Leben wirklich für etwas kämpfen mussten, vermutlich nicht. Eitel und selbstgerecht freuen sie sich über ein bisschen billigen Applaus.

Fazit

Mit den letzten Worten seines „Kommentars“ offenbart sich nun, wie unwissend ein Mensch doch sein kann. Es geht mal wieder um die „bösen Menschen da oben“. Laut Julian Reichelts Aussage darf künftig also niemand mehr, der über größere Geldsummen verfügt oder diese regelmäßig verdient, ein politisches Statement aus Überzeugung abgeben.

Scheinbar ist der Job des „Fußball-Profis“ für den Chefredakteur zwar ein „traumhafter Beruf“ allerdings wohl nicht mit Arbeit verbunden. Denn so ein Fußballprofi musste ja letztlich nie wirklich in seinem Leben für etwas kämpfen…

Es bleibt fraglich ob Julian Reichelt mit seiner Aktion polarisieren möchte, wirklich eine solch merkwürdige Auffassung dieses Protestes hat oder letztlich vielleicht neidisch ob der internationalen Aufmerksamkeit ist, welche Hertha BSC für diese Aktion erfuhr.


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