Warum die AfD doch nicht so schlecht ist

Warum die AfD doch nicht so schlecht ist

Keine Partei bekam und bekommt soviel Aufmerksamkeit wie die AfD. Spätestens seit den Bundestagswahlen ’17 hat auch der letzte Bürger und Politiker die Augen auf den rechten Rand der Politik gerichtet. Während die einen in der AfD die Rettung sehen, beschwören andere geradezu prophetisch den Untergang der Demokratie und sehen bereits jetzt „braun“ für die Zukunft.

In Politikverdrossenheit könnte es enden

Ich selbst habe mich dabei nicht ausgeschlossen und wollte lieber glauben, dass die 12,6 % der Alternative für Deutschland nur ein böser Traum ist oder ein raffiniert eingefädelter „Prank“ (Streich) wie es immer wieder auf YouTube mal mehr, mal weniger gut praktiziert wird. Tatsache ist aber, dass die Augen verschließen nicht die Lösung sein wird und das nichts tun zwar eine Möglichkeit ist, jedoch mit der Zeit wieder in Politikverdrossenheit enden wird. Und gerade letzteres hat der AfD helfen können Wähler zu erreichen und Stimmen zu sammeln.

Wenn die Politik selbst politikverdrossen ist

Man denke nur einmal an Merkels Philosophie „Wir schaffen das!“, ohne Konzept, ohne Lösung, nur gutgemeinte Worte oder an die großen Reden Frank-Walther Steinmeiers… welche eigentlich? Nun, der Bundespräsident war zwar in einigen Bundesländern „auf Tour“, aber nicht wirklich medienwirksam vertreten. Stattdessen konnte man in den letzten Monaten eher den Eindruck gewinnen, er verstecke sich im Schloss Bellevue und harrt der Dinge aus. Auch Martin Schulz hat eine vorzügliche Politikverdrossenheit an den Tag gelegt, so zumindest mein persönlicher Eindruck. War er es doch, der sich mit 100% zum Kanzlerkandidaten und neuen Hoffnung der Sozialdemokraten wählen lässt und dann sang- und klanglos dem Medienrummel entflieht.

Aus der Taktik wurde eine Abwärtsspirale

Man konnte den Eindruck gewinnen, dass Martin Schulz sich lieber auf diesem Ergebnis ausruht, anstatt seiner neuen Rollen als Kanzlerkandidat gerecht zu werden. Natürlich sah seine Taktik vor, Ergebnisse anstatt leerer Worte oder unausgearbeiteter Ansätze zu präsentieren. Das wäre sogar etwas gewesen, was er anderen Parteien voraus hat. Doch aus der Taktik wurde eine Abwärtsspirale. Ein Todesurteil für die SPD wenn man so will. Martin Schulz war so unpräsent in den Medien, dass man selbst wenige Wochen vor den Wahlen nicht wusste, was die SPD überhaupt will. Und wie sie es will.

Warum die AfD doch nicht so schlecht ist

Doch kommen wir auf das eigentliche Thema zurück. Die AfD. Genauer gesagt darauf, warum die AfD doch nicht so schlecht ist. Wie eigentlich alle Populisten oder in diesem Fall Rechtspopulisten präsentiert sich die AfD stets medienwirksam mit Tabubrüchen und zugespitzten Aussagen. Im Vergleich zu den Bundestagswahlen ’13 konnte man sogar einen Zuwachs an Wählerinnen und Wählern ausmachen. Von 71,5 % auf 76,2 %. Etwas mehr als dreiviertel aller Wahlberechtigten haben also Ihre Kreuze gesetzt und sich politisch engagiert. Ob man nun die AfD gewählt hat oder nicht, ist in diesem Fall völlig gleichgültig. Fakt ist, dass wir durch die AfD aus unserer politischen Verdrossenheit erwacht sind.

Miteinander statt Gegeneinander

Doch warum ist die AfD doch nicht so schlecht? Die Parteien im Bundestag sind durch die AfD in den Zwang geraten Kompromisse untereinander einzugehen und vielleicht auch medienwirksamer mit künftigen Entscheidungen umzugehen. Sobald die Koalition endlich steht, werden die Spitzen der Parteien sich nicht mehr so viele Steine in den Weg legen wie zuvor. Es wird ein besseres Miteinander statt Gegeneinander geben. Keine Partei will sich vorwerfen lassen, der AfD Vorlagen zur eigenen Profilierung gegeben zu haben, indem Entscheidungen nicht getroffen werden konnten, weil man bis auf das letzte i-Tüpfelchen alles ausdiskutieren musste. Im großen und ganzen sollte das politische System sich daher sogar be- anstatt entschleunigen. Daran wird auch die AfD nichts ändern können.

Fazit

Auch wenn die AfD eine mehr oder minder ernstzunehmende Partei (geworden) ist und nun auch als drittstärkste Partei in den Bundestag einzieht, wird Sie nicht viel erreichen können. Spätestens wenn die Alternative für Deutschland in die Position gerät politisch zu arbeiten und zu argumentieren werden die Defizite der Partei den meisten bewusst werden. Was bei den Wählern der AfD in einem politischen Statement begann, wird mit der Zeit in Demut und Reue enden. Die AfD hat, wie keine andere Partei in den letzten Legislaturen, die Politikverdrossenheit verscheucht und den Menschen wieder mehr politisches Interesse entlockt. Doch Koalitions- geschweige denn Regierungsfähig wird die AfD mit Ihren derzeitigen Ansichten und Auftreten dennoch niemals werden.

2 Gedanken zu „Warum die AfD doch nicht so schlecht ist“

  1. zu einer offenen Demokratie gehört die offene Meinungsäußerung. Um sich vom Einheitsbrei der Etablierten zu unterscheiden, muss man auch die heiklen Themen ansprechen. Ich finde es gut, die geschätzten Gesamtkosten der Flüchtlingswelle zu hinterfragen, genauso wie die Mittelherkunft und die Konsequenzen für unsere Enkel….
    Schade, das die AfD rechtspopulistisch die historische Verantwortung von Deutschland nicht sensibel genug betrachtet.
    ABER Opposition muss Opponieren !!!

    1. Für eine freie Meinungsäußerung steht mein Blog, wie ich denke, ganz gut ein. Ich stehe auch voll dahinter seine Meinung zu sagen und halte nichts von Zensur oder unterdrückten Themen/Meinungen weil diese, nach aktueller Auffassung, nicht salonfähig seien.

      Das die voraussichtlich Gesamtkosten, die Herkunft dieser Mittel sowie die Auswirkung auf jüngere Generationen thematisiert werden, ist ebenfalls sehr wichtig. Wenngleich ich glaube das, die voraussichtlichen Gesamtkosten, nur schwer zu beziffern sind.

      Vorwerfen kann man der AfD allerdings zu genüge, dass selbst „sinnvolle Themen“ in der populistischen Rhetorik der Partei verkommt. Würde die AfD weniger rechts außen agieren und ernsthafte sowie sachgemäße Politik betreiben, könnte sie sogar über kurz oder lang zu einem interessanten Oppositionsspieler werden.

      Einen solchen Wandel halte ich jedoch für unwahrscheinlich.

      ~Fever

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